{"id":20,"date":"2013-03-20T16:29:13","date_gmt":"2013-03-20T16:29:13","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.christoph-limbach.de\/?p=20"},"modified":"2013-03-21T16:39:20","modified_gmt":"2013-03-21T16:39:20","slug":"20","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.christoph-limbach.de\/?p=20","title":{"rendered":"Vinyl und sein Knistern"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center\" align=\"CENTER\"><span style=\"font-size: x-large\"><b>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Fr\u00fcher war alles besser<\/b><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left\" align=\"CENTER\">\u00a0<span style=\"font-size: small\">Und deswegen steht heute ja alles auf Retro. Plateauschuhe sind wieder in Mode, genauso wie alte Commodore Spiele wieder in Emulatoren eine Renaissance auf dem PC oder Tablet erleben. Das bekannteste Relikt aus alten analogen Zeiten, dass im Moment wieder auf dem Vormarsch ist, ist die Schallplatte. Allerorts erf\u00e4hrt man von Menschen, die wieder ihre alten Plattenspieler reaktivieren mit dem Hinweis, dass ja \u201eVinyl\u201c viel authentischer klingen w\u00fcrde und ohnehin viel dynamischer r\u00fcberkomme. <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left\" align=\"CENTER\"><span style=\"font-size: small\">Alles nur Hirngespinste ? Oder ist doch etwas dran an der ach so dynamischen Schallplatte ?<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left\" align=\"CENTER\">\u00a0<span style=\"font-size: small\">Ich will nun versuchen, etwas Klarheit zu schaffen. <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left\" align=\"CENTER\"><span style=\"font-size: small\">Worin liegt nun eigentlich der Unterschied zwischen einer Schallplatte und der CD, au\u00dfer dass die eine gro\u00df und schwarz ist, und die andere klein und silber ? Der Unterschied hei\u00dft schlicht Analog\/Digital.Einfach erkl\u00e4rt, wird bei einer Schallplatte die Information (Musik, Sprache) analog aufgezeichnet. Die Schwingung, die im Mikrofon des Musikers erfasst wird, landet eins zu eins in Form der gleichen Schwingung auf der Schallplatte. Bei der CD wird die Information, die vom Mikrofon kommt, erst digitalisiert. Sie wird z\u00e4hlbar gemacht, damit sie durch den Computer verarbeitet werden kann.Der Computer k\u00f6nnte auch ein CD-Player oder MP3-Player sein. Das Prinzip bleibt das Gleiche. Um ein analoges Signal \u201ez\u00e4hlbar\u201c zu machen, tastet man es in einem vordefinierten Zeitraster ab und speichert diese Daten in einem maschinenlesbaren Code. Hier schl\u00e4gt nun die Stunde der Leute, die die Digitalisierung verschm\u00e4hen. Durch das vordefinierte Zeitraster erzeugt man eine sog. \u201eAustastl\u00fccke\u201c. Diese ist genau der Bereich im analogen Signal, der zwischen den Messpunkten liegt.. Dadurch gehen nat\u00fcrlich Informationen des Ursprungssignals verloren. <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left\" align=\"CENTER\"><span style=\"font-size: small\">Im Klartext bedeutet das, dass ein digitalisiertes Signal niemals die gleiche Anzahl an Information enthalten kann, wie sein analoges Original. Es spielt dabei keine Rolle, wie hoch die Abtastfrequenz ist. Die \u201eAustastl\u00fccke\u201c bleibt immer. Die Argumentation der \u201eVinyl-J\u00fcnger\u201c ist, dass durch die Austastl\u00fccke digitale Musik niemals den gleichen hohen Dynamikumfang haben kann, wie eine Schallplatte. Grunds\u00e4tzlich stimmt diese Aussage sogar, verschweigt aber, welchen technischen Aufwand man betreiben muss, und welche Kosten entstehen, wenn man eine Schallplatte zu klanglichen H\u00f6chstleistungen treiben m\u00f6chte, gemessen an der Klangqualit\u00e4t der digitalen CD. Auch der Dynamikumfang einer Schallplatte unterliegt einer mechanischen Begrenzung bei der Wiedergabe. Das Prinzip der analogen Reproduktion mittels eines Plattenspielers sieht vor, dass eine Diamant-Nadel durch mechanische Ber\u00fchrung in der Rille der Schallplatte in Schwingungen versetzt wird. Diese werden dann in magnetische Impulse mittels Magneten und Spulen \u00fcbersetzt. Den genauen Aufbau eines Plattenspielers m\u00f6ge sich jeder im Internet raussuchen. Dies w\u00fcrde hier zu weit f\u00fchren. Aber genau die mechanische Abtastung birgt eine entscheidende Begrenzung, die auch eine Wiedergabe von Vinyl im Dynamikumfang einschr\u00e4nkt. Keine Nadel der Welt ist in der Lage, das komplette Spektrum der Frequenzen von 500-30.000 Hz gleichm\u00e4\u00dfig abzudecken, um mal den Bereich heranzuziehen, der f\u00fcr Musikwiedergabe relevant ist. Das liegt schlicht an den verschiedenen Bauarten und deren mechanischen Limitierungen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left\" align=\"CENTER\"><span style=\"font-size: small\"> Man muss sich also schon im Vorfeld der Konfiguration eines Plattenspielers entscheiden, welche Musikrichtung man \u00fcberwiegend h\u00f6ren m\u00f6chte, und entsprechend dessen das Tonabnehmersystem zusammenstellen. Hier sind dann Kriterien wie Gewicht oder Bauart des verwendeten Magneten entscheidend. Von der Limitierung seitens der Aufnahmetechnik will ich jetzt hier gar nicht sprechen. Also man sieht schon, den perfekten Spieler, der alles perfekt abspielen kann, gibt es einfach nicht. Kosten f\u00fcr High-End Abtastsysteme k\u00f6nnen durchaus in die Tausende gehen. Und da ist ein CD-Player klar im Vorteil. Auch wenn er nur ein verlustbehaftetes Signal verarbeiten kann, so vermag er dies aber \u00fcber das komplette vorhandene Frequenzspektrum. Es gibt keine mechanische Begrenzung, da die Abtastung mittels Laser ber\u00fchrungslos erfolgt. <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left\" align=\"CENTER\"><span style=\"font-size: small\">Man muss den Erfindern der CD allerdings anlasten, dass sie bei der Spezifizierung des Standards in den 70&#8217;er Jahren schon wussten, dass 44.100 HZ nicht ausreichen, um alle relevanten Frequenzen eines Audiosignals digital abzubilden. Dieser Wert bedeutet im Grunde nur, dass man 44100-mal in der Sekunde das analoge Signal abtastet. Effektiv ist dadurch allerdings nur eine maximale Frequenz von 22.5 KHZ abzubilden, da man den Ausgangswert durch zwei teilen muss aufgrund der positiven und negativen Halbwelle einer Schwingung, die unser Geh\u00f6r verarbeiten kann. Dieser Umstand war einer der Hauptgr\u00fcnde, weshalb die CD in ihrer Anfangszeit von Klassik-Liebhabern verschm\u00e4ht wurde. Heute ist dieser Makel allerdings kein Thema mehr, da immer bessere Digital\/Analog und Analog\/Digital Wandler und eine etwas h\u00f6here Abtastfrequenz diese Schw\u00e4che korrigieren. <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left\" align=\"CENTER\"><span style=\"font-size: small\">Was kann man nun aus diesem kleinen Exkurs mitnehmen? <\/span><\/p>\n<ol style=\"text-align: left\">\n<ol>\n<li>\n<p align=\"CENTER\"><span style=\"font-size: small\">Gemessen am Aufwand, den man betreiben m\u00fcsste, um eine Schallplatte perfekt abzuspielen, ist eine CD um ein Vielfaches bequemer in der Handhabung.<\/span><\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p align=\"CENTER\"><span style=\"font-size: small\">Die Kosten eines guten bis sehr guten Plattenspielers k\u00f6nnen locker in die tausende Euro gehen. Dies steht in keinem Verh\u00e4ltnis zu den Kosten eines CD-Players in einer \u00e4hnlichen klanglichen Liga.<\/span><\/p>\n<\/li>\n<\/ol>\n<\/ol>\n<ol style=\"text-align: left\" start=\"3\">\n<li>\n<p align=\"CENTER\"><span style=\"font-size: small\">Auch ein Plattenspieler kann nicht universal den ganzen Dynamikumfang eines analogen Signals reproduzieren.<\/span><\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p align=\"CENTER\"><span style=\"font-size: small\">Wenn Hipster immer wieder vom \u201eauthentischen Knistern\u201c bei der Wiedergabe einer Schallplatte schw\u00e4rmen muss man ihnen entgegnen,<\/span><span style=\"font-size: xx-large\"><b>dass wenn es knistert das Vinyl kaputt ist!!!! Gutes Vinyl knistert nicht beim Abspielen. <\/b><\/span><\/p>\n<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: left\" align=\"CENTER\"><span style=\"font-size: small\">Das Knistern sind zumeist Staub und andere Ablagerungen in der Rille. <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left\" align=\"CENTER\">\u00a0<span style=\"font-size: small\">Um es direkt vorweg zu sagen, auch ich besitze einen Plattenspieler, der sicher kein ganz Schlechter ist und nutze diesen auch. Aber niemals w\u00fcrde ich diese Technik \u00fcber die Vorz\u00fcge und Qualit\u00e4t der CD stellen.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Fr\u00fcher war alles besser \u00a0Und deswegen steht heute ja alles auf Retro. Plateauschuhe sind wieder in Mode, genauso wie alte Commodore Spiele wieder in Emulatoren eine Renaissance auf dem PC oder Tablet erleben. Das bekannteste Relikt aus alten analogen Zeiten, dass im Moment wieder auf dem Vormarsch ist, ist die Schallplatte. Allerorts erf\u00e4hrt man [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[],"class_list":["post-20","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-technik"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.christoph-limbach.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/20","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.christoph-limbach.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.christoph-limbach.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.christoph-limbach.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.christoph-limbach.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=20"}],"version-history":[{"count":28,"href":"https:\/\/blog.christoph-limbach.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/20\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":41,"href":"https:\/\/blog.christoph-limbach.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/20\/revisions\/41"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.christoph-limbach.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=20"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.christoph-limbach.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=20"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.christoph-limbach.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=20"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}